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Wahl des neuen Dekans und Stellvertreters im Dekanat Bergstraße Mitte

Thomas Meurer, Pfarrer der Heppenheimer Stadtgemeinde St. Peter, bleibt an der Spitze des katholischen Dekanats Bergstraße-Mitte. In geheimer Wahl wurde er von einer Versammlung haupt- und ehrenamtlicher Mitarbeiter des Dekanats einstimmig gewählt. Nach der Ernennung durch den Mainzer Bischof Dr. Peter Kohlgraf wird Meurer seine zweite fünfjährige Amtszeit antreten; drei Amtsperioden erlaubt das Statut für die Dekanate im Bistum Mainz.

Äneas Opitek, Pfarrer der Pfarrgruppe Fehlheim/Zwingenberg, löst Harald Poggel, Pfarrer von St. Laurentius in Bensheim, als stellvertretender Dekan ab. Von abermals 48 abgegebenen Stimmen entfielen 25 auf Opitek und 21 auf Poggel.

Äneas Opitek, Pfarrer der Pfarrgruppe Fehlheim/Zwingenberg
Äneas Opitek, Pfarrer der Pfarrgruppe Fehlheim/Zwingenberg

Das Dekanat Bergstraße-Mitte umfasst die Kommunen Bensheim, Einhausen, Heppenheim, Lorsch und Zwingenberg, genauer: deren zu Pfarrgruppen und Pfarreienverbünden zusammengefasste katholische Pfarrgemeinden mit insgesamt 40 000 Katholiken – mehr als ein Drittel der Gesamtbevölkerung. Als sogenannte pastorale Einheit der mittleren Ebene koordiniert das Dekan Arbeit und Aktionen der Gemeinden und weiterer katholischer Einrichtungen, dient als dessen Verbindung zum Bistum und vertritt die Interessen der pastoralen Einheiten nach außen.

„Ein Dekanat ist die Schnittstelle zwischen Bistum und Region beziehungsweise Pfarreien“, sagte Pfarrer Meurer selbst, „in die eine wie in die andere Richtung“.Anders als in der evangelischen Kirche ist ein Dekan nicht weisungsbefugt gegenüber den zum Dekanat gehörenden Pfarrern und auch nicht von der Arbeit als Gemeindepfarrer freigestellt.

Thomas Meurer hatte das Dekanat Bergstraße-Mitte 2013 nach dem plötzlichen Tod des Bensheimer Pfarrers Thomas Groß im Jahr zuvor übernommen, dessen Stellvertreter Meurer gewesen war. Als „Sprung ins kalte Wasser“ beschrieb Meurer nach seiner Wiederwahl im Caritasheim St. Elisabeth dieses Ereignis in der Rückschau. „Eigentlich müsste ich ja jetzt skeptisch sein“, erklärte der alte und neue Dekan zu seinem 100-Prozent-Wahlergebnis in heiterer Anspielung auf Aufstieg und Fall des SPD-Bundesvorsitzenden Martin Schulz. Ein solches Schicksal wird ihm schon deswegen erspart bleiben, weil nach seiner Darstellung auf Ebene des Bergsträßer Dekanats Austausch und Gemeinsamkeit prägend sind. „Wir sind keine Einzelkämpfer“, sagte Meurer in seiner kurzen Ansprache. Neben seinem neuen Stellvertreter hat der Pfarrer tatsächlich ein Dekanatsteam an seiner Seite: Neben den beiden Dekanatsreferenten Renate Flath und Stephan Volk gehören dazu drei Kräfte, die ohne eine einzige Gegenstimme von der Versammlung in ihren Ämtern bestätigt wurden: Dekanatsjugendreferent Jonas Ansorge, Martin Fraune, Leiter der Caritas-Beratungsstelle in Heppenheim, und Dr. Frank Meessen vom Katholischen Bildungswerk Bergstraße-Odenwald.

An ihre Adresse und an die der versammelten Haupt- und Ehrenamtlichen aus seinem Dekanat richtete Thomas Meurer die Botschaft: „Spannende Zeiten stehen uns bevor.“ Das bezieht sich auf das Tun des neuen Mainzer Bischofs sowie die anhaltenden Trends zu schrumpfenden Gemeinden und steigener Personalnot bei Priestern. „Die Musik spielt eher auf der Ebene der Pfarreienverbünde und der Pfarrgemeinden“, sagte Meurer. „Aber das Dekanat tut das, was es beitragen kann.“

Wahlrecht

Den katholischen Dekan wählen nach den Statuten des Bistums Mainz alle fünf Jahre die innerhalb des Dekanats tätigen Geistlichen, die Ordensoberen, die von den Geistlichen im Ruhestand gewählten Vertreter, die hauptberuflichen pastoralen Mitarbeiter, die Mitglieder des Dekanatsrats sowie die Vorsitzenden der Pfarrgemeinderäte. Das eigentliche Wahlverfahren ist zweistufig. In beiden Runden werden die Wahlergebnisse dem Bistum zur Billigung vorgelegt.