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Pfarrer Äneas Opitek verlässt Mitte des Jahres die Bergstraße

Pastoraler Prozess im Bistum Mainz geht in die nächste Phase / Bensheim und Zwingenberg werden zu einem pastoralen Raum

Der Pastorale Weg im Bistum schreitet voran. Bischof Peter Kohlgraf hat in dieser Woche mit Blick auf sein Bistum zu „Mut und Hoffnung“ aufgerufen. An Ostern wird im Bistum Mainz der nächste Schritt auf dem Pastoralen Weg begangen: Aus den bisherigen rund 120 Pfarreiverbünden oder Pfarrgruppen werden somit nach und nach 46 Pfarreien. Bensheim und Zwingenberg mit ihren zugehörigen Gemeinden werden zu einem Pastoralraum mit derzeit 15.879 Katholiken. Leiter des Zusammenschlusses wird der neue Pfarrer von St. Georg, Christian Stamm.

Für Äneas Opitek, zuständig für Mariä Himmelfahrt in Zwingenberg und St. Bartholomäus in Fehlheim mit all den dazugehörigen Ortschaften, endet damit die seelsorgerische Arbeit an der Bergstraße. Seit 14 Jahren ist der Franziskaner Pfarrer der Zwingenberger Gemeinde, nach Errichtung der Pfarrgruppe mit Fehlheim vor 12 Jahren auch in Fehlheim. Seit 2018 hat der Franziskaner das Amt des stellvertretenden Dekans im Dekanat Bergstraße-Mitte inne. „Ich werde eine neue Aufgabe an einer zukünftigen Wirkungsstätte übernehmen. Da bin ich schon im Gespräch mit meinem Orden, wo auch im Mai dieses Jahres einige Veränderung anstehen“. Bereits fest steht jedenfalls, im Juli wird Opitek die Bergstraße endgültig verlassen und bis dahin, soweit es in seinen Händen steht, den Übergang in die neuen Strukturen begleiten.

Vor 18 Jahren kam er als Kaplan hierher und wirkte zunächst mit Pfarrer Thomas Groß in der Bensheimer Gemeinde St. Georg. „Damit habe ich nun Volljährigkeit an der Bergstraße“, so Opitek, als „junger Erwachsener“ werde es vielleicht auch Zeit, das Haus zu verlassen, fügt er schmunzelnd hinzu. Der anstehende Abschied von der Bergstraße fällt ihm jedoch schwer. Er gilt nicht nur als weit über seine Gemeinde geachteter Seelsorger, der gerne unter den Menschen ist. „Mir ist es eben wichtig, den Fragen der Menschen heute nachzugehen, deren aktuelle Situationen zu sehen, und gerecht zu werden. Das Leben hat viele Facetten – es zeigt seine tollen Seiten, aber auch vieles, was verletzt und überfordert“. Opitek mischt sich daher gerne unter die Leute, er zeigt sich bei öffentlichen Veranstaltungen, spielt im örtlichen Verein mit anderen Fußball, ist bei den Feuerwehren präsent, schlüpft bei der Kerwe auch in die Rolle des „Schirmherrn“ oder macht beim Winzerfestumzug in Bensheim mit. „Ich will mit Freude den Glauben vermitteln, offen sein und auch selbst neue Glaubenserfahrungen machen“.

Als Pfarrer und Seelsorger seiner Gemeinden packt Äneas Opitek kräftig an. Er renovierte die beiden der Pfarrgruppe zugehörigen Kirchen, sorgte für klare Strukturen und Ordnung in seinem Bereich. Sein wichtigstes Anliegen: ganz nahe bei den Menschen sein. Die Jugend liegt ihm dabei besonders am Herzen. Im liturgischen Bereich führte Opitek Gottesdienstformen ein, die bewusst überkonfessionell und offen für alle Religionen und Weltanschauungen sind. An der gesamten Bergstraße hat er jedenfalls viele Impulse setzen können, dabei viel Sympathie, Anerkennung und zahlreiche Freunde gewonnen – weit über den kirchlichen Bereich hinaus. Sicher werden ihn bald viele vermissen. Mit seinem Weggang endet die weit über 100-jährige Zeit, in der Zwingenberg einen eigenen Pfarrer vor Ort hatte. Wie es in der jetzigen Pfarrgruppe Fehlheim-Zwingenberg weitergeht, liegt in den Händen der Leitung des jetzt entstehenden großen Pastoralraumes mit einem, vielleicht zwei Priestern.

Die Bergstraße ist Äneas Opitek zur Heimat geworden. „Der bevorstehende Weggang von hier ist für mich sicher nicht leicht“. Aber schon jetzt verspricht er: „Ich werde mich weiter blicken lassen. Die vielen persönlichen Kontakte, insbesondere die zahlreichen Freunde bleiben mir wichtig. „Daher werden die Fahrten hierher immer auf meiner Route stehen – und zwar nicht nur einmal im Jahr“. Opitek will die Gremien und Gruppen seiner Gemeinde sowie in den Gottesdiensten umgehend über die getroffenen Entscheidungen informieren, die auch für die Pfarrgruppe Fehlheim-Zwingenberg weitreichende Konsequenzen mit sich bringen. Die sich im Rahmen des pastoralen Prozesses entwickelnden großen Pfarreien, wie sie nun auch durch den Zusammenschluss von Zwingenberg und Bensheim entstehen, werden – so das Bistum – als „Netzwerke von Gemeinden und Kirchenorten“ verstanden. „Dies ist ein Prozess, der Veränderungen mit sich bringt. Und bei aller Hoffnung auf Erneuerung ist damit auch der schwierige Abschied von Vertrautem und Gewohntem verbunden“, schrieb Bischof Kohlgraf in seinem in diesen Tagen veröffentlichten Neujahrsbrief.

Äneas Opitek jedenfalls wird sich im Juli offiziell von seiner vertrauten Heimat verabschieden, das Bistum verlassen, und damit nicht nur das Pfarrhaus in Zwingenberg räumen, sondern weit darüber hinaus große Lücken hinterlassen.

Von Markus Bissinger

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